Der große Balkonkraftwerk Ratgeber

Willkommen auf dieser Ratgeber-Webseite zum spannenden Thema Balkonkraftwerke! Nutzen Sie die Kraft der Sonne mit einem Balkonkraftwerk und gewinnen Sie Strom für Ihren eigenen Haushalt – ganz einfach durch eine Einspeisung per Steckdose. Es gibt keine komplizierten rechtlichen Hürden und tiefergehendes technisches Know-how ist hierfür nicht erforderlich. Balkonkraftwerke sind somit die einfachste und kostengünstigste Lösung für die Energieerzeugung im Privatbereich.

Hier finden Sie alles, was Sie über vollausgestattete Balkonkraftwerk Komplettsets, Solarmodule, passende Wechselrichter, Halterungen, Kabel und Geräte zur Ertragsmessung wissen müssen.

Praktische Anleitungen, Produktvergleiche und nützliche Fachartikel runden diese Webseite ab und unterstützen Sie dabei, Ihr eigenes Balkonkraftwerk zu installieren und zu betreiben.

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1. GRUNDWISSEN KOMPAKT

1.1 Was ist ein Balkonkraftwerk?

Bei einem Balkonkraftwerk handelt es sich um eine Mini-Photovoltaik-Anlage, die dank der kompakten Größe auf dem Balkon, auf der Terrasse, im Garten oder auf dem Garagendach montiert werden kann. Der Clou an dieser Anlage: der erzeugte Strom wird mit einem herkömmlichen Stecker direkt in den Stromkreislauf des eigenen Haushalts eingespeist – ganz ohne die Einrichtung zusätzlicher Anschlüsse wie bei regulären, großen Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen).

Die Installation und Inbetriebnahme ist dadurch auch ohne die Hinzunahme von Fachpersonal wie Elektrikern möglich und rechtlich erlaubt. Balkonkraftwerke eignen sich aufgrund ihres unkomplizierten Anschlusses und der produzierten Strommenge hervorragend, um die Grundlast der ständigen Verbraucher im Haushalt zu mindern. Das ist z. B. der Kühlschrank, der Router, das Telefon oder das Handy-Ladegerät. Balkonkraftwerke stellen somit den einfachsten Weg dar, um als Privatperson an der Energiewende teilzuhaben.

1.2 Wie funktioniert ein Balkonkraftwerk?

Die Funktionsweise von Balkonkraftwerken unterscheidet sich im Prinzip nicht von den großen PV-Anlagen auf dem Hausdach. Auch bei einem Balkonkraftwerk strahlt das Sonnenlicht auf die Photovoltaik-Zellen, wodurch Elektrizität als Gleichstrom entsteht. Für den Stromkreislauf zuhause wird jedoch Wechselstrom benötigt. Und hier unterscheiden sich Balkonkraftwerke von den großen PV-Anlagen: bei einem Balkonkraftwerk wird der erzeugte Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt und somit unmittelbar nutzbar gemacht.

Statt in das öffentliche Netz, wie es bei den großen PV-Anlagen der Fall ist, wird die Energie direkt über eine herkömmliche Kabelverbindung per Steckdose in den hauseigenen Stromkreislauf eingespeist. Sobald der Strom erzeugt und in das Hausstromnetz eingespeist wird, nutzen die elektrischen Verbraucher (wie der Kühlschrank oder die Waschmaschine) automatisch den Solarstrom und die sogenannte Grundlast gesenkt. Der Bezug des Stroms aus dem öffentlichen Stromnetz wird um diese Menge reduziert.  

1.3 Aus welchen Bestandteilen besteht ein Balkonkraftwerk?

Um mit einem Balkonkraftwerk Strom erzeugen und dieses selber in das hauseigene Stromnetz einspeisen zu können, besteht ein vollständiges Balkonkraftwerk immer aus den folgenden drei Bestandteilen:

Notwendige Bestandteile für ein Balkonkraftwerk
Solarmodul(e) Das Solarmodul enthält die Solarzellen, die für die Erzeugung elektrischer Energie benötigt werden. Ein Balkonkraftwerk besteht meist aus ein bis zwei Solarmodulen, die zur Sonne ausgerichtet werden.
Wechselrichter (auch Inverter genannt) Mit diesem Gerät wird die von den Solarmodulen erzeugte Gleichspannung in haushaltsübliche Wechselspannung umgewandelt. Das ist wichtig, um den Strom anschließend mit 230 Volt in die Steckdose einspeisen zu können.
Verkabelung vom Wechselrichter zur Haussteckdose Das Stromkabel verbindet den Wechselrichter und die Steckdose in der Wohnung bzw. im Haus. Auf diese Weise wird der produzierte Strom ohne Umwege in den eigenen Stromkreislauf gespeist. Eine haushaltsübliche Steckdose reicht dabei völlig aus.
Optionales Zubehör
Gestell Mit einem Gestell können die Solarmodule z. B. in Schräglage im Garten oder vertikal an einem Balkongeländer befestigt werden.
Ertragsmessung Um zu messen wieviel Leistung eingespeist wird, kann ein Messgerät dazwischengeschaltet werden. Hierbei handelt es sich um herkömmliche Stromzähler für die Steckdosen, die je nach Ausstattung auch mi dem Handy verbunden werden können. 

1.4 Ist der private Betrieb eines Balkonkraftwerks erlaubt?

Zu den Anfangszeiten (ca. um das Jahr 2015) war die flächendeckende Nutzung von Mini-PV-Anlagen und die eigenständige Erzeugung von Strom durch Privathaushalten bei den Netzbetreibern nicht gerne gesehen. Diese schafften formale Hürden, um die Nutzung zu erschweren.

Inzwischen ist die Erzeugung von nachhaltigem Strom durch Privathaushalte politisch gern gesehen und erfährt eine zunehmende Unterstützung. Seit 2018 ist daher auch die Installation und Nutzung von Balkonkraftwerken mit bis zu 600 Watt offiziell erlaubt (gemäß DIN VDE 0100-551-1).

Schließlich profitieren insbesondere diese Nutzer von den Balkonkraftwerken, die sich keine große PV-Anlage auf einem Hausdach installieren können oder wollen. Auf diese Weise bieten die kleinen, preisgünstigen und steckfertigen Systeme jedem die Möglichkeit, an der Energiewende teilzuhaben und die Kosten für teuren Netzstrom einzusparen.

1.5 Wie kann ich den Strom ins Hausnetz einspeisen?

Die Einspeisung des erzeugten Solarstroms in das Hausnetz erfolgt automatisch und absolut unkompliziert: sobald das Balkonkraftwerk aufgestellt ist, wird der an dem Solarmodul befindliche Wechselrichter per herkömmlichen Stromkabel mit der Haussteckdose verbunden. Dies kann z. B. eine Steckdose an der Terrasse oder auf dem Balkon sein, insofern diese wettergeschützt sind.

Scheint nun die Sonne und die Solarmodule beginnen, Energie zu produzieren, wird der gewonnene Solarstrom direkt über das Stromkabel in den Stromkreislauf der Wohnung oder des Hauses eingespeist. Die in diesem Moment eingeschalteten Elektrogeräte (wie z. B. der Kühlschrank oder die Gefriertruhe) beziehen dann zuerst den selbst erzeugten Strom und der Stromzähler läuft langsamer. Reicht der Solarstrom nicht aus, beziehen die Elektrogeräte den restlichen Strom aus dem öffentlichen Netz.

Der erzeugte Strom wird also unmittelbar im eigenen Stromkreislauf verbraucht und es erfolgt keine Zwischenspeicherung. Es lohnt sich also die Geräte dann einzuschalten, wenn gerade viel Strom durch das Balkonkraftwerk produziert wird. Die überschüssige Energie wird ansonsten in das öffentliche Netz eingespeist und „versickert“ dort, ohne dass diese vergütet wird.

1.6 Welchen Ertrag bringt ein Balkonkraftwerk?

Das folgende Beispiel soll einen realistisch erreichbaren Ertrag mit einer durchschnittlichen Sonneneinstrahlung pro Jahr verdeutlichen.

Ausgangssituation: es werden zwei Solarmodule mit insgesamt 600 Watt an der Südseite und verschattungsfrei aufgestellt. Unter diesen Bedingungen lassen sich ca. 550 – 580 Kilowattstunden pro Jahr erzeugen. Die Erzeugung des Stroms hängt dabei im Wesentlichen von der Dauer der Sonneneinstrahlung ab und variiert somit im Laufe des Jahres. Die höchste Effektivität ergibt sich folglich in den Frühjahrs- und Sommermonaten.

Im Folgenden ist ein realistischer Jahresertrag eines Balkonkraftwerkes mit 600 Watt Leistung dargestellt. Dabei wird von Stromkosten von 40 Cent ausgegangen (maximaler Betrag gemäß der Strompreisbremse).

Monat Erzeugter Strom in kWh Einsparung 
Januar 20 kWh 8 €
Februar 40 kWh 16 €
März 60 kWh 24 €
April 60 kWh 24 €
Mai 65 kWh 26 €
Juni 70 kWh 28 €
Juli 70 kWh 28 €
August 60 kWh 24 €
September 60 kWh 24 €
Oktober 40 kWh 16 €
November 20 kWh 8 €
Dezember 15 kWh 6 €
Summe 580 kWh im Jahr 232 €

Mit einem 600-Watt-Balkonkraftwerken inklusive zwei Solarmodulen lassen sich in diesem Beispiel 232 € pro Jahr einsparen. Die tatsächliche Summe der Ersparnis ist aber natürlich abhängig vom Strompreis, den man zahlt. Die Preise schwanken derzeit sehr stark und liegen in einem Bereich von 30 bis maximal 40 Cent je kWh.

Jetzt wird der Ertrag des Solarstroms mit dem Gesamtverbrauch und den damit entstandenen Kosten für den Strom im ganzen Jahr gegenübergestellt. Der Gesamtbedarf und somit auch die Höhe der Stromrechnung hängen davon ab, wie viele Kilowattstunden ein Haushalt pro Jahr verbraucht.

Durchschnittlicher Verbrauch eines Haushalts in Deutschland

  • einer Wohnung: 1.500 und 2.000 Kilowattstunden
  • bei einem Einfamilienhaus 3.500 und 4.500 Kilowattstunden.

In diesem Beispiel wird von einem Jahresverbrauch von 3.000 Kilowattstunden ausgegangen.

  • Bezug davon aus dem öffentlichen Netz: 2420 kWh
  • Bezug davon aus dem Balkonkraftwerk: 580 kWh

Ergebnis: Bei einem Gesamtverbrauch von 3.000 kWh betragen die Kosten bei 40 Cent je kWh im Jahr 1.200 €. Mithilfe der 580 kWh selbst erzeugten Energie werden die Kosten um 232 € auf insgesamt 968 € gedrückt. In diesem Szenario werden also ca. 20 % eingespart.

Bei Gesamtkosten eines Balkonkraftwerks von aktuell ca. 600 bis 800 € haben sich die Anschaffungskosten in diesem Beispiel nach höchstens vier Jahren amortisiert. Bei Laufzeiten der Balkonkraftwerke von 15 bis 20 Jahren ergeben sich somit auf Dauer beachtliche Einsparpotentiale – insbesondere bei weiter steigenden Strompreisen.

2. VORSCHRIFTEN

2.1 Muss ich ein Balkonkraft anmelden?

Der Einstieg in die Nutzung von erneuerbaren Energien durch Privathaushalte wird politisch unterstützt und soll möglichst einfach mit einem Balkonkraftwerk umsetzbar sein. Dennoch muss jedes Balkonkraftwerk in Deutschland angemeldet werden. Hier hat der Gesetzgeber glücklicherweise für Anlagen, dessen Wechselrichter maximal 600 Watt Strom in den eigenen Stromkreislauf einspeist, ein vereinfachtes Anmeldeverfahren eingeführt. Wird die 600-Watt-Grenze für die Einspeiseleistung überschritten, unterliegt die Mini-PV-Anlage den Regelungen für große Solaranlagen, was zu einer komplizierteren Anmeldung, Prüfung und Installation führen würde.

Hinweis: Balkonkraftwerke sind im Vergleich zu anderen Stromerzeugungsanlagen lediglich anmeldepflichtig und nicht genehmigungspflichtig. Auch diese Vorgabe soll es den privaten Haushalten erleichtern, Balkonkraftwerke zur eigenen Erzeugung von Strom zu betreiben.

Wenn Sie ein Balkonkraftwerk kaufen und bei sich im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon nutzen wollen, müssen Sie die folgenden beiden Schritte bei der Anmeldung durchführen:

Schritt 1: Anmelden beim Netzbetreiber
Welche Angaben? Der Umfang der notwendigen Angaben variiert je nach Netzbetreiber. In aller Regel muss man Angaben zu seiner Adresse, zu seiner Zählernummer sowie grundlegende technische Angaben zu seinem Balkonkraftwerk machen (z. B. die Watt-Leistung der Module).
Wie erfolgt die Anmeldung? Die meisten Netzbetreiber bieten bereits vorgefertigte, niederschwellige Formulare auf ihren Webseiten an.
Hinweis:  Auf eine Genehmigung des Netzbetreibers muss nicht gewartet werden. Mit der Einreichung der Anmeldung ist man als Betreiber des Balkonkraftwerkes seiner Meldepflicht nachgekommen. Hier kann es aber durchaus vorkommen, dass der Netzbetreiber den Zähler austauschen wird. Das ist bei den sogenannten alten Ferraris-Zählern notwendig. Grund: Wenn man mit seinem Balkonkraftwerk mehr einspeist, als man verbraucht, dreht sich dieser rückwärts. Das ist in Deutschland verboten.
Schritt 2: Anmeldung beim Marktstammdatenregister (Bundesnetzagentur)
Welche Angaben? Angaben zum Anlagenbetreiber (also zu Ihnen) sowie Angaben zur Anlage (erzeugte Leistung in Watt, Standort der Solarmodule, etc.)
Wie erfolgt die Anmeldung? Die Meldung erfolgt über ein Online-Portal: https://www.marktstammdatenregister.de/MaStR
Hinweis:  Im Online-Portal müssen etwas umfangreichere Angaben durchgeführt werden. Halten Sie daher das technische Datenblatt Ihres Balkonkraftwerkes parat. Die Erfassung dieser technischen Daten ist aber auch für jeden Laien machbar. Zudem führen zahlreiche Anleitungs-Videos z. B. bei YouTube durch das Anmeldeverfahren, die eine gute Orientierung bieten.

Fazit: die Anmeldung eines Balkonkraftwerkes kann für Einsteiger in dieser Materie zunächst abschreckend wirken. Dies ist aber unbegründet, da es sich bei Balkonkraftwerken speziell um ein vereinfachtes Anmeldeverfahren handelt und die Meldungen beim Netzbetreiber sowie beim Marktstammdatenregister insgesamt in weniger als einer Stunde machbar sind.

2.2 Wie viele Balkonkraftwerke darf ich installieren?

Je Haushalt ist die Einspeisung von bis zu 600 Watt erzeugtem Solarstrom mit einem Balkonkraftwerk durch den Gesetzgeber gestattet. Wichtig: entscheidend hierbei ist nicht die Leistung der Module. Diese dürfen theoretisch auch mehr Watt Strom erzeugen. Daher werden häufig Balkonkraftwerke mit einer Watt-Leistung zwischen 600 und 800 Watt verkauft. Wichtig ist lediglich, dass der Wechselrichter höchstens 600 Watt in das Hausnetz einspeist. Wird das eingespeiste Gesamterzeugnis von 600 Watt überschritten, unterliegt das Balkonkraftwerk nicht mehr den vereinfachten bürokratischen Verfahren.

2.3 Welche technischen Vorgaben muss ich einhalten?

Damit das Balkonkraftwerk mit der vereinfachten Anmeldung und ohne die rechtlichen Hürden der großen PV-Anlagen betrieben werden darf, gibt es einige technische Vorgaben, die eingehalten werden müssen. Es handelt sich dabei um die folgenden technischen Vorgaben.

1. Voraussetzung: 600 Watt Einspeisung

Nach der Anwendungsregel VDE-AR-N 4105-2018:11 darf der Wechselrichter maximal 600 Watt Strom in das eigene Hausnetz einspeisen. Theoretisch können die Solarmodule daher auch mehr Leistung haben. Beispiel: Das Balkonkraftwerk besteht aus zwei Solarmodulen, die jeweils 400 Watt Leistung haben.

Bei guten Bedingungen erzeugen diese beiden Solarmodule insgesamt 800 Watt Strom. Der Wechselrichter speist von den eingehenden 800 Watt allerdings nur 600 Watt in das Hausnetz ein. Das ist erlaubt. Die meisten Wechselrichter, die im Zusammenhang mit Balkonkraftwerken verkauft werden, sind auf 600 Watt Leistung festgelegt.  

2. Voraussetzung: Anschluss 

Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) und einige Netzbetreiber empfehlen für den Betrieb eines Balkonkraftwerkes eine sogenannte Wielandsteckdose. Diese ist aber in der Regel nicht im Haus bzw. in der Wohnung verbaut und müsste von einem Elektriker zunächst installiert werden. Begründet wird dies, da man einen Stromschlag erleiden könnte, sobald man den Stecker einfach herauszieht.

Das ist jedoch unbegründet, da alle Wechselrichter, die in Deutschland zugelassen sind, über eine Abschalteinrichtung verfügen. Die Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) und die Verbraucherzentralen in Deutschland sind deshalb der Auffassung, dass ein herkömmlicher Schukostecker, der in jede normale Steckdose in Deutschland passt, ausreicht. Die Mehrheit der in Deutschland angemeldeten Balkonkraftwerke werden mit einem einfachen Schukostecker mit dem Hausnetz verbunden.

3. Voraussetzung: Zertifikate

Wichtig ist, dass der Wechselrichter über alle wichtigen Zertifikate verfügt, die für den Gebrauch in Deutschland notwendig sind. Es handelt sich dabei u.a. um die folgenden Normen:

  • VDE-AR-N 4105:2018-11 „Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz“
  • DIN VDE V 0124-100 (VDE V 0124-100): 2020-06 „Netzintegration von Erzeugungsanlagen – Niederspannung“

Bei den Shops oder Einzelhändlern, die Balkonkraftwerke verkaufen, sind in der Regel die technischen Datenblätter einzusehen und sollten vor dem Kauf überprüft werden.

2.4 Darf ich mein Balkonkraftwerk selber installieren? 

Balkonkraftwerke mit einer Wechselrichtereinspeisung von bis zu 600 Watt soll Mietern oder Eigentümern ohne große bürokratische oder technische Hürden ermöglichen, Solarstrom selber zu erzeugen. Das Balkonkraftwerk kann nach dem Platzieren an der ausgewählten Stelle (Carport- oder Garagendach, Garten, Balkon, usw.) durch Einstecken mit dem Schukostecker an die Steckdose problemlos selbst in Betrieb genommen werden. Es muss kein Elektriker beauftragt werden, der die Anlage abnimmt.

2.5 Muss der Stromzähler ausgetauscht werden?

Wenn man einen Stromzähler mit Rücklaufsperre oder einen Zweirichtungszähler benutzt, muss dieser nicht ausgetauscht werden. Sobald der erzeugte Strom über den Stromstecker in das Hausnetz eingespeist wird, dreht sich dieser langsamer. Wird mehr Solarstrom eingespeist, als in dem Moment verbraucht, bleibt der Zähler lediglich stehen und der überschüssige Strom wird ohne Vergütung in das öffentliche Netz eingespeist.

Nicht zulässig sind die alten schwarzen Zähler mit Drehscheibe, wenn diese kein Rücklaufsperre-Symbol verfügen. Es handelt sich dabei um die sogenannten Ferraris-Zähler. Das Problem: diese können rückwärtslaufen und auf diese Weise den Zählerstand verfälschen. Das wäre der Fall, wenn mehr Solarstrom erzeugt und in das Hausnetz fließt, als benötigt wird.

Ob ein Wechsel des Stromzählers letztendlich notwendig ist, wird in den meisten Fällen bei der Anmeldung des Balkonkraftwerkes direkt vom Netzbetreiber geprüft. Ist noch ein alter Ferraris-Zähler im Einsatz, wird dieser vom Netzbetreiber ausgetauscht.  

2.6 Gibt es Fördermittel? 

Balkonkraftwerke ermöglichen Mietern, Haus- oder Wohnungsbesitzern, schnell und ohne große Hürden den eigenen Solarstrom zu erzeugen und direkt zu nutzen. Auf diese Weise werden die Verbraucher bei ihren Stromrechnungen entlastet und tragen zudem einen Beitrag für die Neuausrichtung der Umweltpolitik bei. Politisch wird der Nutzung von Balkonkraftwerken somit unterstützt und in verschiedenen Formen gefördert.

Bundesweite Förderung

Seit Januar 2023 werden auf den Kauf von Balkonkraftwerken keine Mehrwertsteuer mehr erhoben. Dies gilt auch auf das Zubehör der Balkonkraftwerke. Dafür müssen Sie als Käufer nichts tun, da die Händler die 19 % Mehrwertsteuer nicht mehr ausweisen dürfen.

Regionale Förderung

Darüber hinaus gibt es viele regionale Förderprogramme. Einzelne Bundesläner, Kommunen oder Städte bezuschussen mittlerweile nicht nur den Kauf der großen PV-Anlagen, sondern auch die Anschaffung von Balkonkraftwerken.

Recherchieren Sie am besten vor dem Kauf, ob es einen Fördertopf in Ihrer Region gibt. Das kann sich durchaus lohnen.

3. MONTAGE, ANSCHLUSS UND BEFESTIGUNG

3.1 Welcher Aufstellort eignet sich?

Der große Vorteil von Balkonkraftwerken im Vergleich zu den großen PV-Anlagen ist die Flexibilität hinsichtlich des Aufstellortes. Zumeist besteht ein Balkonkraftwerk aus lediglich zwei Solarmodulen, die an einem beliebigen Ort aufgestellt werden können. Generell eignet sich hierbei ein Ort mit direkter Sonneneinstrahlung. Die folgenden Aufstellorte sind z. B. möglich.

Auf den flachen Boden
Mit einer passenden Aufständerung kann das Balkonkraftwerk auf der freien Fläche im Garten, auf der Terrasse oder der Hauseinfahrt platziert werden.
Flachdach
Gerade Dachflächen einer Garage oder eines Carports sind ebenso hervorragend geeignet, um dort mit einer Aufständerung ein Balkonkraftwerk aufzustellen.
Schrägdach
Schrägdächer eines Gartenschuppens oder eines Kinderspielhauses können ebenfalls optimal als Aufstellort dienen.
Gitterbalkon
Gehört ein Balkon mit Gitterumrandung zur Wohnung, kann diese Fläche hervorragend mit einem Balkonkraftwerk ausgerüstet werden. Hierzu sind lediglich die passenden Halterungen notwendig.
Betonbalkon
Befinden sich keine Dachflächen oder andere Orte in unmittelbarer Nähe des Gebäudes, kann die Gebäudefassade genutzt werden, um hier ein Balkonkraftwerk zu befestigen.

Wie an diesen Beispielen zu sehen ist, ist an mit einem Balkonkraftwerk an zahlreichen Orten möglich, selbst Solarstrom zu erzeugen. Sowohl für Mieter als auch für Haus- oder Wohnungseigentümer.

3.2 Wie erfolgt die Befestigung?

Die Befestigung der Solarmodule ist auf verschiedene Arten möglich. Die Befestigungsart hängt dabei ganz davon ab, wo das Balkonkraftwerk aufgestellt werden soll. Viele Händler bieten bereits passende Systeme zur Befestigung an. Hier sind einmal die gängigsten Möglichkeiten zur Befestigung der Solarmodule aufgeführt.

Möglichkeit 1: Aufständerung

Balkonkraftwerk Aufständerung

Ein Balkonkraftwerk mit Aufständerung kann auf flachen Ebenen, etwa im Garten, auf der Terrasse oder einem Flachdach befestigt werden. Diese Art der Befestigung eignet sich gut, wenn kein Schrägdach (etwa ein Gartenschuppen) vorhanden ist. Achten Sie bei dieser Befestigungsart aber darauf, das Gestell fest mit dem Boden zu verankern oder zu beschweren. Das kann z. B. mit Gehwegplatten erfolgen. Auf diese Weise ist die Aufständerung auch bei Wind und Wetter fest.

Möglichkeit 2: Befestigung an Balkon Außenbrüstung

Balkonkraftwerk Außenbrüstung

Die Solarmodule können mit passenden Halterungen auch an der Außenbrüstung des Balkongeländers angebracht werden. Die Halterungen bestehen meist aus einem Modulrahmen mit Montageschienen und Modulklemmen, mit denen die Solarmodule fest am Geländer montiert werden. Die Art der Befestigung kommt häufig dann zum Einsatz, wenn z. B. auf dem Balkon nicht ausreichend Platz vorhanden ist für eine Aufständerung.

Möglichkeit 3: Schrägdachinstallation

Balkonkraftwerk Schrägdachinstallation

Um die Solarmodule auf einem Schrägdach zu befestigen, werden in der Regel die gleichen Montage-Bauteile eingesetzt, die auch bei den großen PV-Anlagen verwendet werden. Häufig handelt es sich dabei um Aluschienen, die auf dem Dachuntergrund geschraubt werden. Mithilfe dieser Schienen werden anschließend die Solarmodule befestigt. Diese Befestigungsart eignet sich z. B. für die Montage auf einem Gartenschuppen mit Schrägdach.  

Wie an diesen Beispielen zu sehen ist, sind Balkonkraftwerke hinsichtlich ihrer Befestigungsart vielseitig einsetzbar. Somit lässt sich für fast jede Situation eine passende Befestigungsart finden. Im Handel sind mittlerweile eine Vielzahl an Halterungssystemen zu erwerben. Alternativ kann eine Halterung mit etwas handwerklichem Geschickt auch selbst gebaut werden.  

3.3 Was muss ich bei der Ausrichtung beachten?

Um möglichst die volle Leistung aus einem Solarmodul zu schöpfen, spielt der Neigungswinkel eine entscheidende Rolle. Das Optimum wird bei einer Aufstellung in Richtung Süden bei einem Modulwinkel zwischen 30 – 35° erreicht. Bei guten Sonnenbedingungen (also kein Schatten auf der Modulfläche) kann auf diese Weise ein jährlicher Solarertrag von 250 – 290 Kilowattstunden erzeugt werden.

Sind die Möglichkeiten zur Südausrichtung nicht gegeben, kann eine Montage in Richtung Westen oder Osten auch noch gut funktionieren. Hier wäre die erzeugte Leistung allerdings etwas geringer. Eine Ausrichtung der Solarmodule in Richtung Norden ist von allen Neigungswinkeln die am wenigsten geeignet.

3.4 Wie wird ein Balkonkraftwerk angeschlossen?

Balkonkraftwerke unterscheiden sich zu den großen PV-Anlagen vor allem darin, dass diese eigenständig, also ohne Elektrofachkraft, am eigenen Hausnetz angeschlossen werden können und dürfen. Der Anschluss ist dabei einfacher, als man annehmen möge. Mit den folgenden beiden Schritten ist der Anschluss zu erfolgen.

Schritt 1: Solarmodul mit Wechselrichter verbinden

Auf der Rückseite vom Solarmodul sind zwei Kabel befestigt:

  • eine Plus-Leitung mit einem MC4-Stecker
  • sowie eine Minus-Leitung mit einer MC4-Buchse

Am Wechselrichter sind die passenden Gegenanschlüsse vorhanden, sodass die Plus- und Minusleitungen nicht vertauscht werden können.

Auf diese Weise wird auch das zweite Solarmodul mit dem Wechselrichter angeschlossen. Die meisten Wechselrichter sind daher bereits mit ausreichend Anschlussmöglichkeiten ausgestattet. Hierfür wird ein Verlängerungskabel benötigt, welches separat nachgekauft werden kann.

Schritt 2: Wechselrichter mit dem Hausanschluss verbinden

Sind die Solarmodule mit dem Wechselrichter verbunden, wird im nächsten Schritt nun der Wechselrichter mit dem Hausstromnetz verbunden. Dafür ist das lange Anschlusskabel am Wechselrichter mit dem sogenannten Betterie BC01-Stecker vorgesehen.

Viele Wechselrichter sind zusätzlich mit einem kurzen Kabel und einer Betterie-Buchse ausgestattet. Die Buchse ist notwendig, wenn ein weiterer Wechselrichter angeschlossen wird. Für die herkömmlichen 600-Watt-Balkonkraftwerke ist diese aber nicht notwendig und kann mit einer Kappe geschlossen werden.

Balkonkraftwerke werden in den meisten Fällen mit einem steckerfertigen Anschlusskabel ausgestattet. Auf der einen Seite dieses Kabels befindet sich die Betterie-Buchse, die zum passenden Stecker am Wechselrichter passt. Die andere Seite wird schließlich mit dem Hausnetz verbunden. Hierbei gibt es die folgenden Anschlussarten:

a) Verbreitete Variante: Schutzkontaktstecker (Schukostecker)

Anschlusskabel Balkonkraftwerk Betteri BC01 Buchse auf Schuko Stecker (IP44) 10 m Kabel AC geeignet für Mikrowechselrichter Deye UVM.

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Die einfachste und gängigste Möglichkeit ist es, das Balkonkraftwerk mit einem solchen Schukostecker in eine herkömmliche Steckdose im Haus bzw. in der Wohnung zu verbinden. Der große Vorteil: das Balkonkraftwerk kann ganz einfach selbst in Betrieb genommen werden, da keine Arbeite durch eine Elektrofachkraft erfordert.

b) VDE-Empfehlung: Wielandsteckdose

Wieland RST20i3 Steckverbinder Buchse, 3-polig, Schraubanschluss, 0,75-6 mm², für Leitungen 10-14 mm

Quelle: Amazon.de*

Laut dem VDE (Verband der Elektrotechnik) ist nur der Anschluss mit einem sogenannten Wielandstecker normgerecht. Der Anschluss darf jedoch nur durch eine Elektrofachkraft vorgenommen werden, was den Aufwand und die Kosten erhöhen. Die Normen werden aber aktuell geprüft und es ist zu erwarten, dass hier eine Änderung erfolgen wird.

Sobald der Wechselrichter mit dem Hausnetz verbunden ist und eine 230-Volt-Netzspannung erkennt, dauert es in der Regel einige Minuten, bis dieser mit der Erzeugung der Energie beginnt. Üblicherweise ist der Wechselrichter mit einer kleinen LED-Leuchte ausgestattet. Hieran lässt sich erkennen, ob die Stromeinspeisung funktioniert. 

3.5 Kann ich die erzeugte Energie messen?

Ist das Balkonkraftwerk aufgestellt, angeschlossen und betriebsbereit, ist es natürlich spannend zu erfahren, wie viel Energie eigentlich in das Hausnetz eingespeist wird. Um den Ertrag vom Balkonkraftwerk messen zu können, können unterschiedliche Messgeräte zum Einsatz kommen.

Einfaches Strommessgerät

Stromverbrauchsmesser Stromzähler für Steckdose Strommessgerät Steckdose Strommesser Verbrauchsmessgerät Wattmeter KWH Watt Energiemessgerät mit Einstellbare Hintergrundbeleuchtung, 180° LCD Anzeige

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Hierbei handelt es sich um eine herkömmliche Ertragssteckdose, die bereits in vielen Haushalten zur Messung des Stromverbrauchs elektrischer Geräte verwendet wird. Die meisten dieser Steckdosen funktionieren in beide Richtungen, sodass auch eingespeiste Energie gemessen wird. Das Messgerät wird zwischen der Haussteckdose und dem Anschlusskabel des Balkonkraftwerkes angeschlossen und misst dabei den momentanen Ertrag.

Vorteile Nachteile
  • Einfache Handhabung
  • Keine Installation von Software notwendig
  • Preiswert
  • Keine Verlaufsdokumentation möglich
  • Kann nicht von der Ferne (z. B. mit dem Smartphone) abgelesen werden

Strommessgerät mit WLAN-Anbindung

myStrom WiFi Switch, schalten, Stromverbrauch und Stromerzeugung von Mini-PV-Anlagen messen und analysieren, Works with Apple HomeKit, App- und Sprachsteuerung, IFTTT

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Bei dieser Art der Ertragsmessung kommt ein Strommessgerät zum Einsatz, welches ebenfalls zwischen Haussteckdose und Anschlusskabel des Balkonkraftwerkes angeschlossen wird. Am Strommessgerät befindet sich jedoch kein Display, um den momentanen Ertrag zu messen. Das Gerät wird per W-Lan-Verbunden, sodass der Ertrag per App im Smartphone angezeigt wird. Im Gegensatz zu den einfachen Strommessgeräten wird dabei nicht nur die aktuelle Einspeisung angezeigt, sondern auch der Ertrag des ganzen Tages bzw. des bisherigen Zeitverlaufs. Somit ist eine detailliertere Auswertung möglich. Angeboten werden diese Strommessgeräte mittlerweile von diversen Anbietern, die jeweils ihre eigenen Apps dazu liefern.

Vorteile Nachteile
  • Detaillierte Auswertung
  • Historie der eingespeisten Energie
  • Kann von der Ferne (z. B. mit dem Smartphone) abgelesen werden
  • Funktioniert nur mit WLAN und Smartphone
  • Installation der App teilweise kompliziert

Strommessgerät mit DECT-Funkstandard (Fritzbox)

AVM FRITZ!DECT 210 (Intelligente Steckdose für Smart Home, steuerbar zum Energie sparen, mit Spritzwasserschutz (IP 44) für Einsatz im Außenbereich)

Quelle: Amazon.de*

Dieses Messgerät wird ebenfalls zwischen Haussteckdose und Anschlusskabel des Wechselrichters angebracht und bietet die gleichen detaillierten Auswertungsmöglichkeiten wie die zuvor genannten Stromgeräte. Der große Unterschied ist jedoch, dass die Übertragung nicht per WLAN erfolgt, sondern im DECT-Funkbereich. Hierbei handelt es sich um den Funkstandard für die schnurlosen Telefone. Notwendig ist hierfür jedoch z. B. eine Fritz Box, die mit dem Messgerät gekoppelt wird.

Vorteile Nachteile
  • Detaillierte Auswertung
  • Eigene, vom WLAN unabhängige Frequenz
  • Sehr einfache Anbindung
  • Funktioniert nur mit einer Fritzbox

Die Möglichkeiten zur Erfassung der erzeugten Energie ist somit recht breit und reicht von den einfachen Strommessgeräten ohne WLAN-Anbindung bis hin zu smarten Geräten, die eine detaillierte Aufzeichnung des eingespeisten Stroms ermöglichen.

4. BALKONKRAFTWERK KAUFEN

4.1 Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Balkonkraftwerke werden inzwischen bei vielen Anbietern als Komplett-Set angeboten. Alle notwendigen Bestandteile wie Solarmodule, Wechselrichter und Anschlusskabel sind hier häufig schon enthalten. Achten Sie beim Kauf dennoch auf die folgenden Punkte.

Leistung der Solarmodule
Derzeit dürfen in Deutschland maximal 600 Watt Strom in das Hausnetz eingespeist werden. Die Einspeisung erfolgt durch den Wechselrichter, der technisch nicht mehr als 600 Watt zuführt. Unabhängig davon kann die tatsächliche Leistung der Solarmodule auch höher liegen, z. B. bei 400 Watt je Solarmodul (also insgesamt 800 Watt). Das ist sogar von Vorteil, da bei schlechteren Sonnenverhältnissen mehr Strom erzeugt wird, als im Vergleich eines 300 Watt-Moduls.
Wechselrichter
Der Wechselrichter übernimmt eine wichtige Aufgabe und ist beim Balkonkraftwerk ein extrem wichtiger Bestandteil. Achten Sie beim Kauf auf namhafte, bereits bekannte und etablierte Hersteller. Zudem ist es von Vorteil, wenn der Wechselrichter bereits Anschlussmöglichkeiten für zwei Solarmodule hat, sodass diese separat mit dem Wechselrichter verbunden werden können.
Anschlusskabel
Wichtig sind natürlich auch die passenden Anschlusskabel. Hierzu gehören die Verbindungen zwischen Solarmodul und Wechselrichter sowie das Kabel zwischen Wechselrichter und Haussteckdose. Hier muss darauf geachtet werden, ob ein herkömmlicher Schukostecker (der in jedem üblichen Haushalt in Deutschland verbaut ist) oder ein Stecker speziell für eine Wielandsteckdose benötigt wird. Die meisten Shops bieten beide Arten an.
Befestigung
Abhängig vom Aufstellort sollten Sie die passende Befestigung für die Solarmodule wählen. Viele Shops bieten hier verschiedene Möglichkeiten, wie z. B. eine Aufständerung für die Platzierung am Boden oder Halterungen für das Balkongeländer. Mit etwas handwerklichem Geschick kann eine Balkonkraftwerk-Befestigung aber auch selbst gebaut werden. Anleitungen hierzu gibt es zahlreiche z. B. bei YouTube.

Wenn Sie beim Kauf auf diese Punkte achten und ein passendes Balkonkraftwerk gefunden haben, können auch Sie schon bald aktiv am Energiesystem teilnehmen und langfristig Stromkosten sparen.

4.2 Was kostet ein Balkonkraftwerk?

Die Kosten eines Balkonkraftwerkes hängen u.a. von den folgenden Faktoren ab:

  • Anzahl und Leistung der Solarmodule
  • Wechselrichter
  • Länge der Kabel
  • Befestigungsmaterial und Versandkosten

Zudem schwanken die Beschaffungspreise, da der Großteil der Solarmodule aus Asien stammen. Insbesondere durch die nach wie vor gestörte Lieferkette aufgrund der Corona-Pandemie erreichten diese Kosten im vergangenen Jahr Höchstwerte.

Aktuell entspannt sich die Lage wieder und die Preise für die Beschaffung von Solarmodulen sinken. Zudem entfallen die 19 % Mehrwertsteuern auf Balkonkraftwerke seit dem 01.01.2023, was zur weiteren Reduzierung der Preise geführt hat.

Wer sich ein steckfertiges Balkonkraftwerk mit zwei Solarmodulen, einem Wechselrichter und den dazugehörigen Kabelverbindungen als Komplettset kauft, muss mit Kosten zwischen 600 € und 800 € rechnen. Hinzukommen ggf. Versandkosten und auf eine Befestigung bzw. Aufständerung.

4.3 Wie lange hält ein Balkonkraftwerk?

Wie lange hält ein Balkonkraftwerk?

Berücksichtigen Sie beim Kauf auch die Garantielaufzeit des Herstellers für die Solarmodule und den Wechselrichter. Je nach Kaufpreis und eingesparten Stromkosten amortisiert sich ein Balkonkraftwerk nach 4 – 7 Jahren. Erst danach befindet man sich in der Phase, in der tatsächlich gespart wird. Umso wichtiger ist daher, dass das Balkonkraftwerk viele Jahre funktioniert. Üblich sind Garantielaufzeiten ab 20 Jahre.

4.4 Welche Hersteller gibt es?

Aufgrund der enorm gestiegenen Nachfrage nach Balkonkraftwerken haben viele Hersteller reagiert und ihr Sortiment ausgeweitet. Entsprechend groß ist die Anzahl an Herstellen mittlerweile und es ist nicht immer leicht, durchzublicken. Zudem werden steckfertige Balkonkraftwerke mit Bestandteilen (also Solarmodule und Wechselrichter) unterschiedlicher Hersteller verkauft, was aber nicht problematisch ist. Die Anzahl an Herstellern von Solarmodulen übersteigt dabei deutlich die Anzahl an Wechselrichter-Herstellern. Die allermeisten kommen dabei auch Asien bzw. China. Die Menge an Herstellern von Wechselrichtern hingehen ist noch gut zu überschauen. 

Zu den bekannten Herstellern von Wechselrichtern gehören z. B. Deye, Growattt oder Hoymiles.

4.5 Wo kann ich ein Balkonkraftwerk kaufen?

Der Handel reagiert auf die große Nachfrage, sodass Balkonkraftwerke aktuell über diverse Kanäle verkauft werden. Die größte Auswahl ist in Online-Shops zu finden. Hier direkt über die Online-Shops der verschiedenen Anbieter oder über Plattformen wie ebay. Aber auch im stationären Handel, z. B. in Baumärkten oder Supermärkte, werden gegenwärtig Komplett-Sets angeboten, die direkt mitgenommen werden können.

 

 

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